Der Tod & alles was danach kommt

Ela hat mich wieder mit einem ihrer Beiträge getriggert. 🙂 (zum Post auf ihrem Blog)

Ich bekomme ja mittlerweile auch ein/zwei Zuschriften, lese andere Blogs, FB-Gruppen und überall kommt über kurz oder lang das Thema Tod zur Sprache. Meist gefolgt von Schweigen, Betroffenheit, Zurückhaltung oder es wird unter den Tisch gekehrt. In nicht seltenen Fällen wird es als Tabu-Thema abgestempelt, fehlendes Feingefühl unterstellt und verboten drüber zu sprechen.

Jungs und Mädels da draußen:

Wacht auf!

Wir leben im 21. Jahrhundert und selbst wer in zu Schul-Zeiten im Geschichtsunterricht ausschließlich Kreide holen war (nicht aufgepasst hat🙈😂) wird bestimmt mitbekommen haben, dass unser Haltbarkeitsdatum nach einer gewissen Zeit abläuft und wir dann alle irgendwann sterben werden. Meinem Empfinden nach ist es auch viel weniger die, vielerorts zitierte, Angst vor dem Tod sondern viel mehr die Angst vor dem Sterben. Denn wie wir sterben kann (in den meisten Fällen) niemand vorhersagen und genau das bereitet wohl Unbehagen – leider. Zeigt es doch auch wieder ein stückweit, dass wir für die Zukunft leben, statt die Gegenwart zu genießen. Denn am Ende kommen z.B. Reue, ungelebte Wünsche und nicht ausgelebte Emotionen zu Tage. Guter Artikel dazu: 5 Dinge, die sterbende am meisten bedauern (Welt.de, von 2012)

Manch einen trifft es früher, andere wiederum später, aber keiner (soweit mir bekannt xD) konnte es bis dato in’s unendliche hinauszögern.

Daher kann ich jenen, die noch die Chance dazu haben, nur wärmstens ans Herz legen: redet auch mal über euer Ende. Wenn es nur Lappalien sind wie die Form der Bestattung, in welchem Kreise, wo, oder was auch immer.

Hört auf so zu tun, als ob wir alle 60³ Jahre alt werden, tut euch selbst und euren Liebsten einen Gefallen:

Klärt euer Umfeld oder wenigstens ein/zwei vertraute Menschen dahingehend auf. Was soll eurer Vorstellung nach passieren, wenn das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist.

Alternativen zu unangenehmen Gesprächen?

  • Schriftlich festhalten, irgendwo verstecken/hinterlegen und entsprechende Hinweise für den Ernstfall geben;
  • Bereits jetzt eine Schnitzeljagd zur Lösung der Fragen vorbereiten;

Natürlich gibt es auch hier wieder individuelle Fälle und nicht jeder kann das so einfach übers Herz bringen, aber dafür ja die Alternativen. Falls jemand das liest und noch bessere Vorschläge hat – gerne her damit. 🙂

Ich kann mir gut vorstellen, dass es hart sein muss, wenn man eine Beerdigung zu planen hat, während der geliebte Mensch zwar noch neben einem lebt, aber sich selbst bereits nicht mehr dazu äußern kann.

In diesem Sinne, denkt mal drüber nach, was euch lieb wäre oder wenn’s scheiß egal ist, auch okay. 🙈😁✌

25 Antworten auf „Der Tod & alles was danach kommt“

  1. mir hat das Kunstprojekt einer koreanischen Fotografie-Studentin geholfen, bei dem ich teilgenommen habe. Thema: Dein Foto für Deine Beerdigung. Incl vieler guter Fragen zum Thema. Und schöne Fotos erhalten, die während meiner Strahlentherapie gemacht wurden

  2. Hallo, ich finde es ganz toll wie Du damit umgehst. Wie es in Dir drinnen aussieht, kann man erahnen, wenn man auch mal ‚zwischen den Zeilen liest.
    Alles Gute auf Deiner letzten Reise…….viel Kraft.

    1. Hey man….das hoffe ich aber auch, daß Erik’s letzte Reise sicher ne laaaaaange Weltreise sein wird. Von Abschied kann hier nicht die Rede sein. Ich hoffe Du bleibst uns und all Deinen Herzmenschen noch ne ganze Ecke erhalten.
      Übrigens…tolle Ideen zum Thema Tod. Ich seh das genauso…totschweigen bringt um wahrsten Sinne des Wortes NIX. LG

  3. Als ich mit meinem Medizinstudium begonnen habe, hatte ich noch die Ambitionen alles heilen zu wollen und gegen jegliche Krankheit ein Mittel zu entdecken.
    Aufgrund der Unmöglichkeit meiner damaligen Vorstellungen musste ich mich aber wohl oder übel auch mit anderen Optionen abfinden. Und so bescheuert wie es klingt, für mich verliert der Tod von Tag zu Tag an Schrecken.
    Das heißt nicht, dass es mich nicht traurig stimmt, wenn ein lang begleiteter Patient stirbt, aber ich kann gleichzeitig auch immer die Friedlichkeit sehen, die damit einher geht.
    Man sollte viel mehr die Endlichkeit des eigenen Lebens sehen. Nicht um dadurch traurig und wehmütig zu werden, sondern um seine Zeit sinnvoll zu nutzen…und sinnvoll kann auch rumliegen und Netflix schauen bedeuten, solange das eben in dem Moment das ist was man tun möchte.
    Ich finde du hast genau die richtige Einstellung, von der ich auch noch einiges lernen kann. Vielen Dank, dass du die mit uns teilst! 🙂

  4. ein wunderbarer beitrag, denn ja, das thema ist nun mal eins, und zwar für jeden (egal, ob gesund oder krank). erik, du bist ein toller mensch, der anderen viel mit auf den weg gibt. ganz liebe grüße!

  5. Hallo Erik, erstmal vielen Dank für den „Welt-Link“. Habe ich mir erstmal abgespeichert. Zu den 5 Dingen ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Das wird wohl bei fast jedem zutreffen. Jeder weiß es, keiner ändert was. Nach dem Motto: Eigentlich hatte ich ein schönes Leben, leider habe ich das zu spät bemerkt.
    Obwohl sehr viele Menschen sehr unterschiedlich mit dem Tod umgehen können.

  6. Lieber Erik,

    ich finde den Welt Artikel auch super.. Meine Familie hat sich seit dem Tod meiner Schwester auch mit dem Thema befasst und ich muss schon sagen, es fühlt sich gut an alles abgeklärt zu haben 🙂 nicht nur für den eigenen letzten Wunsch, sondern auch zu wissen dass es der Verstorbene so gewollt hätte. Ich hoffe die Frage ist jetzt nicht zu intim, aber für was konkret hast du dich in deinem Fall entschieden?
    – Friedhof, Friedwald, oder was es da sonst noch so gibt?
    – Verbrennung oder Sarg Bestattung?
    – Organspende?
    – spezielle Musikwünsche?

    Diese vier Fragen hat jeder von uns beantwortet und in einem Briefumschlag aufbewahrt. Wenn es soweit ist, sind wir darauf vorbereitet.

    Alles Gute Dir weiterhin! 🙂

    LG

    1. Hey Vero 🙂

      hier ist kaum was zu persönlich 😂✌

      Erstmal schön zu hören, dass das wirklich funktioniert und ich hier in meiner Blase nicht sinnlos vor mich hin fasel😁👍 Vorbereitung war nie meins, aber die Diagnose schärft dann doch den Blick auf das, was vllt kommen kann.

      Ich will so wenig Umstände wie möglich bereiten, keine Lust, dass jemand immer Blumen gießen müsste oder ähnliches ^^ Vielleicht ins All schießen lassen? ;D
      Ich werde das auch mal in einem Umschlag festhalten, die Fragen sind ja dafür schon die perfekte Orientierung.
      Bisher war der Plan Schweiz/ verbrennen/Puddle of Mud – Blurry aber jetzt geh ich da nochmal von neuem ran. 😁✌
      LG zurück 🙂

  7. Nein, das darf man offiziell nicht. Es gibt aber Möglichkeiten, Wissen ist halt Macht!
    So wie es mit der Asche von CJ Twomey aus den USA vor einigen Jahren gemacht wurde, … das könnte mir gefallen.

    1. Wäre das für dich was? Als ich davon las, fand ich das interessant. Fragt sich nur, welche Bedingungen das sein könnten für eine „gute Sache“. So ein langweiliges Reihenurnengrab, das nach 15 oder 20 Jahren weggemacht wird, ist auch nicht wirklich toll. Und es kostet Geld und Pflege.
      Sowas muss gut geplant sein und im Detail schriftlich fixiert werden. Ich würde es favorisieren.

    2. Also mir sind da spontan die Ideen durch’n Kopf geschossen, aber muss erstmal kurz bügeln 🙈😂😂 ansonsten – klar, ich will ja sowieso so wenig Aufwand wie möglich hinterlassen & platzsparend dazu 😁✌

    3. Ich bin gespannt auf deine Ideen. Über Twomey und die Verstreuung seiner Asche findet man im Netz einige interessante Artikel. Und sogar das Dallas-Ekel J.R. wollte sowas Ähnliches. Die Kirche wird es gruseln.

    4. in Bremen haben sie einen Vorstoß gewagt, aber selbst hinter dem Bestattungszirkel steht wohl auch eine mächtige Lobby 😉 + die Kirche 😉
      Ich lass mir was einfallen ;D Danke dir auf jeden Fall für den Anreiz, bis dato siehts ja bei mir so aus, als würde sich das eh noch eine Weile hinziehen können, also jetzt bitte keinen Stress machen ;DDD

      LG ^^

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