Wenn nichts hilft – neuer Helfer zur Chemo?

Vorab kurz eine Frage: Worum geht’s einem als Glioblastom-Patient in erster Linie?

Zuerst den womöglich bereits bestehenden, das Hirn infiltrierenden, Tumor weitestgehend und so gut wie möglich entfernen. Sei es nach STUPP-Protokoll, also Operation, Bestrahlung, Chemo oder durch adjuvante Therapien (Diäten, Immuntherapie, Jod-Seed, Cannabis, Methadon,…). Nicht immer ist alles davon möglich.

Ich hatte mich zu Beginn meiner Chemotherapie schon früh für Cannabis entschieden, da es bestimmte Rezeptoren ansprechen kann, die der Chemo womöglich Tür und Tor zu den Krebszellen öffnen. Methadon wird eine vergleichbare Wirkung nachgesagt, aber dank deutscher „Penibligkeit“ gibts für beide Kandidaten noch keine, die deutsche Medizinerlobby zufriedenstellende, Studie.

Cannabis war bis dato rund um den Globus besser erforscht und hatte für mich einfach mehr Benefits als Methadon, aber prinzipiell wollte ich der Chemo – wie wir alle – einfach größtmögliche Unterstützung zukommen lassen, Begleiterscheinungen selbiger abschwächen und selbst aktiv einen drauf legen (THC+CBD u.a. Terpene etc.). 😊

Nun der neuste Knaller (neben Cannabis & Methadon😁):

Eine Studie aus den USA hat in Laborversuchen gezeigt,

dass ein Medikament zur vorbeugenden Behandlung der Höhenkrankheit, Augendruck (u.a. auch Glaukome, grünem Star), Epilepsie, Herzinsuffizienz, Krampfanfälle, Pankreatitis, uvm. laut einer am 4. Juli 2018 veröffentlichten Studie auch Patienten mit Glioblastom erhebliche Vorteile bieten könnte. So manch Bergsteiger wird es vielleicht bereits kennen.

Die ganze Studie kann unter folgendem Link gelesen werden: http://stm.sciencemag.org/content/10/448/eaar2238.full

Wie? Was? Wo? – Kurze Zusammenfassung

Die Chemo (Temozolomid) greift DNA-Stränge der Krebszellen an und lässt diese dann, im Idealfall, absterben/sich zumindest nicht weiter teilen. Krebszellen können diesem Angriff ausweichen, indem sie die angegriffene DNA reparieren oder erst gar keinen Angriff zulassen und damit die Chemo ausbremsen / im Worst-Case in’s Leere laufen lassen.

Forscher fanden nun heraus, dass das eben angesprochene Medikament, namens Acetazolamid, Patienten mit erhöhtem BCL-3 Proteinspiegel und dadurch bedingt schlechtem Ansprechen* auf die Chemo, helfen könnte.

*Dem BCL-3 Protein wird nachgesagt, dass es Krebszellen vor dem DNA-Angriff der Chemo schützen kann, indem es ein entsprechendes Enzym aktiviert ( Carbonhydrase ) und Acetazolamid hemmt genau die Entstehung dieses Enzyms (den Vorgang der Carbonhydrase).

Forschung – aktueller Stand

Was in verschiedenen Tierversuchen funktionierte (von vollständiger Heilung hin zu 30-40% mehr Überlebenszeit) soll jetzt in Chicago und Umgebung in div. Untersuchungen nachgewiesen werden. Eine klinische Studien am Menschen (eine prospektive randomisierte Studie 😉Methadonis wissen Bescheid😉😁✌) wurde bereits organisiert.

Die Rekrutierung hat begonnen und die Phase-I-Studie zur Sicherheit und Verträglichkeit von Acetazolamid mit Temozolomid bei Erwachsenen mit neu diagnostiziertem MGMT-Promotor-methyliertem malignem Gliom startet im Dezember 2018. Link zur Studie?

Natürlich😉😁: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03011671

Klar, wieder nicht’s allgemeingültiges, dass universell jedem Glio-Patienten helfen kann, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung! Wer weiß, wie vielen Menschen geholfen werden kann, wenn Chemo, TTF, Immuntherapien, Chemococktails, Chemo+CBD/THC oder Chemo+Methadon überhaupt nicht anschlagen, aber schon bei Diagnose erhöhte BCL-3 Protein-Werte nachgewiesen werden und somit Chemo+Acemit den Schutzschild der Krebszellen knacken könnte. 😍

Mit solch positivem Ausblick geht’s jetzt ab ins Bett 😁✌

Jehabt euch wohl und wie man sieht:

nicht gleich den Sand in den Kopf stecken! (:

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