Methadon / Cannabis

Da ich immer wieder darauf angesprochen werde, teils sogar kleine Shitstorms auf mich einprasseln 🙈😂, hier nochmal meine persönliche und rein subjektive Meinung zum Thema Methadon mit Stand 01/2018.

Vorab!

Es stand schon kurz nach Beginn meiner Therapie im Schrank, noch bevor es medial so breitgetreten wurde, ich habe es aber zu Gunsten von Cannabis nur spärlich angerührt. Warum kläre ich im weiteren Verlauf.

Kosten?

Es kostet nicht viel und ist, was das betrifft meiner Meinung nach wirklich eine akzeptable Alternative.
100ml haben mich 2017 in der Apotheke ca. 12€, maximal 15€, gekostet. Mittlerweile kann der Preis gestiegen sein, was aber gerne in den Kommentaren korrigiert werden darf. 🙂

Vergleich Methadon bei Drogenentzug
Es handelt sich um eine spezielle Mixtur (D,L-Methadon) die wenig mit der starken Dosierung, die Substitutionspatienten verabreicht wird, zu tun hat. Somit hinkt der Vergleich von Krebspatienten und Patienten aus dem Drogenentzug gleichzustellen.
Ferner ist nur darauf zu achten die Einnahme ein-/auszuschleichen. Man beginnt mit einer geringeren Dosierung und steigert diese / sollte es nicht schlagartig absetzen sondern genauso ruhig wieder „ausschleichen“.

Gefahren?

Was mich am meisten nervt/schockiert sind Hinweise oder Empfehlungen á la „Lass alles von der scheiß Pharmalobby weg und nimm nur Methadon, das Zeug kann dir helfen.“

Methadon ist ein Wirkverstärker – es kann helfen der Chemo die Tür zur Krebszelle zu öffnen, es wirkt aber allein angewandt nicht aktiv gegen Krebs. So mein Stand 01/2018.

Weiterhin wird von Verstopfung, Müdigkeit, Antriebslosigkeit berichtet. Nichts, was man nicht in den Griff bekommen kann.

Warum ich es bisher nicht anwende?

Ich habe mich schon zu Beginn der Therapie für Cannabis entschieden.
An der Uni Rostock wurde Mäusen (mit Tumor) Cannabinoiden behandelt und dadurch eine Apoptose nachgewiesen werden -> Krebszellen sind geplatzt, gesunden Zellen blieben verschont.
Mich wollte da niemand als Maus einstellen, aber der leitende Prof. war sehr nett, hat aber auch darauf hingewiesen, dass es eben nur Versuche im Labor waren.

Die Leute in Israel sind da schon weiter und forschen gründlich weiter, geben es gegen viele Krankheiten und teils auch, kontrolliert, an Kinder.

Zusätzlich wird dem CBD (Cannabidiol, ein weiterer von vielen Bestandteilen der Cannabis-Pflanze) u.a. eine hemmende Wirkung nachgesagt. Zellwucherungen/Zellkernteilung (so vermehren sich Krebszellen größtenteils) können unterbunden werden.

Das, und viele weitere Bonis der Pflanze, die u.a. gegen Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Unruhe, Epilepsie & mehr helfen können, gaben in meinem Therapieweg Cannabis gegenüber Methadon den Vortritt. Zumal Cannabis eine ähnliche Wirkweise nachgesagt wird, was das aufheben einer etwaigen Resistenz der Krebszellen gegen Chemotherapeutika betrifft.

So kann ich bisher auch ohne Chemozyklus zusätzlich etwas gegensteuern & habe Methadon sogar als Backup für Rezidive (wenn der Tumor wiederkehren sollte) und für welche möglicherweise weitere Chemozyklen notwendig werden könnten und bei denen dann trotz Cannabis eine Immunität der Krebszellen eintreten kann. Dieser kann man ja dann mit dem, für die Krebszelle unbekannten, Methadon entgegenkommen.

Des Weiteren ist das Ein-/Ausschleichen bei Cannabis im Worst-Case meiner Meinung nach schneller zu handeln.

Warum die Pflanze noch immer als Droge kriminalisiert wird und noch nicht legalisiert wurde versteht eh kein Mensch, guckt euch die Steuereinnahmen in Kalifornien an. Währenddessen werden bei uns an jeder Ecke Alkohol und Tabak verharmlost.

Aber wann hatten wir schon mal eine vernünftige Regierung.

Ich drücke weiterhin allen Betroffenen da draußen, egal welchen Weg man auch immer wählt, alles erdenklich Gute und bin selbst froh, dass wir mittlerweile, auch dank Personen wie Frau Dr. Friesen, Methadon im Kampf gegen Krebs einsetzen können!

❤✌

Anregungen, Korrekturen gern in die Kommentare & bei Bedarf werde ich den Beitrag mit Updates ausstatten.

Wer sich auf den Schlips getreten fühlt:
dass ist mein Weg der Behandlung und selbstredend will ich Methadon (mein Backup) nicht schlechtreden, wie scheinbar leider öfter angenommen wird.

23 Antworten auf „Methadon / Cannabis“

  1. finde Deinen Umgang mit Cannabis und Methadon schlüssig und gut nachvollziehbar. Aussagen wie ‚lass alles von der Pharmalobby weg‘ sind leichtfertig – wie oft habe ich gelesen, dass ausschliesslich Karottensaft, Brennesseltee etc den Krebs besiegen 🧐 nehme ich gern als unterstützende Massnahme an, aber würde mich da nicht drauf verlassen – wenn‘s so einfach wäre, den Krebs zu bekämpfen… 😉schönen Sonntag!

    1. Daaaaaanke 😁👍 und ja, was mir schon alles empfohlen wurde…. Teils ist’s ja gut gemeint, aber durch reinen Augenkontakt lässt sich glaube nicht mal eine Erkältung behandeln 🙈😁
      Dir auch’n entspannten Sonntag! 🙂

  2. TREFFER – VERSENKT!! Absolut richtig, was Du schreibst! Ich hatte übrigens mehrfach mit Frau Dr. Friesen selber Kontakt und habe all ihre Studien und Erfahrungen von ihr per Mail erhalten. Sie hat nie behauptet, dass Methadon dass Allerweltsheilmittel sei … es ist wirklich nur in Kompination mit der Chemo – und auch da nur bei gewissen Tumorarten – als erfolgreich im Labor getestet worden. Studien stehen noch aus, laufen jetzt aber an! Du hast das absolut treffend beschrieben und … Cannabis und Methadon zu vergleichen, ist wie Karotten und Bergschuhe zu vergleichen … total verschiedene Wirkstoffe und total andere Anwedungsgebiete! Du machst das prima! 🙂

  3. Klingt absolut vernünftig und gut informiert. Und ich finde auch wichtig, dass man sich mit der Medikamentation geistig wohl fühlt und dahinter steht. Punkt. 😀

  4. Ich finde auch, dass man zusätzlich (!) machen/nehmen sollte, was einen mehr überzeugt. Natürlich nichts völlig absurdes – davon bekommt man ja leider genügend ungefragt vorgeschlagen😒 Cannabis und Methadon konnten ja schon beide im Labor überzeugen, deswegen ist das Eine nicht richtiger oder falscher als das Andere. Du hast dich für Cannabis entschieden, mein Papa für Methadon und beide vernichten hoffentlich das Glioblastom💪😊

    1. Richtig 🙂 dein Kommentar beruhigt mich ungemein, immerhin biste an der Quelle 🙂
      Na denn, weiter vernichten, egal wie 🙂

  5. Warum sollte man Cannabis legalisieren, wenn es für Patienten um CBD geht, das ohnehin bereits legal erhältlich ist, aber halt nicht high macht?

    1. Weil die Pflanze an sich ein riesiges Spektrum/Profil an Cannabinoiden enthält, die unterschiedliche Rezeptoren ansprechen/Wirkungen auf Krankheiten haben können. Es gibt nicht, wie weitläufig angenommen, nur THC und CBD. In Israel wird gerade daran geforscht, welche Cannabinoide warum auf was ansprechen, aber da gibt’s unter anderem: ∆9THCA, ∆9THC,∆8THC, THCV, CBN, CBG, CBC, … Schlag mich, wenn ich was vergessen habe 🙈😅✌
      Wäre die Pflanze als ganzes legal, wäre der illegale Handel passé, jeder könnte notfalls selbst aktiv werden und der Staat würde Steuereinnahmen verbuchen, mit denen Infrastruktur, Gesundheit, Bildung, Altersvorsorge oder whatever lässig unterstützt werden könnten, selbst die gierigen Politiker könnten ihre Diäten höchstwahrscheinlich hochschrauben.

      PS Kurzform: THC und CBD sind medizinisch wertvoll mir geht’s auch in erster Linie nicht um den Gelegenheitskiffer

    1. Wenig bis garnichts. Die Dosierung ist ja geringer als bei Substitutionspatienten und einzig der Beikonsum von Alkohol oder anderen Drogen ist da meines Wissens nach gefährlich. Auch um eine Überdosierung zu vermeiden wird es ja u.a. ein-/ausgeschlichen aber genaueres kann ich dazu nicht beisteuern sorry 🙂

    2. Da sind Alkohol und H gefährlich aber wer in der Situation ist und Methadon nimmt, wird hoffentlich im Vorfeld aufgeklärt / setzt es mit gesundem Menschenstand ein.

  6. Hallo Erik,

    beruhigend zu lesen, ich war vor einiger Zeit mit meinem Mann bei Dr. Franjo Grotenhermen und wir wollen nun auch begleitend zur Chemo mit CBD Öl in Kombi mit Blüten anfangen. Mein Mann wurde immer wieder auf Methadon angesprochen, aber nie auf CBD/THC. Wundert mich ehrlich gesagt. Er sieht das Pro und Kontra hier ähnlich wie du. Hast du Tipps für die Steigerung der Dosen etc? Er will das THC ungern rauchen, aber wenn man es isst, unterschätzt man ja gerne die Dosis. Weiter ist es ja durchaus teuer, was muss man tun damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt? Ich habe immer wieder gelesen sie übernehmen erst dann die Gebühren, wenn der Patient offiziell als austherapiert gilt?

    Schön das es dir so gut geht und du uns an deinen Erfahrungen teihalben lässt – das gibt Hoffnung! Weiter so!

  7. Da das mit der kostenübernahme so ein Kampf bei dir war… hast du nie überlegt Cannabis auf anderem Wege zu besorgen? Und wegen was genau konsumiert du es, zur Beruhigung?
    Darfst du damit Auto fahren?
    Gruß ✌🏻
    David

    1. Da ich schon gehört habe, wie das Zeug auf der Straße gestreckt werden kann, mittlerweile weiß, was bei falscher Aufzucht passieren kann (Bakterien etc.) war mir der Kampf doch um einiges lieber. Dank übrigens für den Hinweis, da sind doch echt einige Bilder nicht mit übertragen worden, werde morgen gleich den gesamten Blog überprüfen. Nun macht nämlich auch der Eintrag zu den Widersprüchen mehr Sinn.
      (http://rummelschubser.de/blog/2017/06/17/cannabis-kostenuebernahme/)

  8. Scheiß doch auf die Kommentare. Es ist doch deine Entscheidung, was du nimmst und was nicht. Du musst dich dafür nicht rechtfertigen. Oder dient die Transparenz u sachliche Auseinandersetzung dazu, Spenden zur Finanzierung der Medikamente zu erhalten?

    1. Hahaha ;D wenn ich auf die Kommentare „scheißen“ würde, wäre dieser nicht genehmigt worden, aber ich fand deine Mailadresse so süß. 😉
      Ich musste mich im Rahmen meiner Therapiemöglichkeiten damit auseinandersetzen und lasse andere daran teilhaben – That’s it.

    1. Hallo Monika, bitte dazu einen Arzt konsultieren. Ich kann dazu keine Aussage treffen und ich habe die Frage leider zu spät gelesen, um sie bei der Infoveranstaltung heute einzuwerfen.

      Ich denke aber das beide sich im Worst-Case aufheben könnten.

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